Kunst- und Kulturkreis Kraniche e.V.
/

 Florstadt


Wetterauer Zeitung vom 18.10.2023

Kunst überwindet Grenzen

Von: Stephan Lutz


Vorsitzender Bernd Raab (l.), Kunstlehrerin Nicole Hergenröther (2. v. l.) sowie Susanne Hess (r.) von »BuntERleben« ehrten die Schülerinnen und Schüler der Karl-Weigand-Schule mit den erfolgreichsten Werken. © Stephan Lutz


Florstadt-Stammheim (sl). Das Bürgerhaus in Stammheim wurde am Wochenende drei Tage lang zum Mekka für Kunstliebhaber. Anlass waren die 22. Künstlertage des Kunst- und Kulturkreises »Kraniche«. Die Künstler freuten sich über guten Besuch und zahlreiche nette Gespräche mit dem aufgeschlossenen Publikum und die Besucher selbst präsentierten stolz ihre ersten Gemälde, nachdem sie einem Workshop unter Anleitung der Kraniche beigewohnt hatten.
Vorsitzender Bernd Raab sprach von je einem Highlight an jedem der drei Tage. Am Freitag gestaltete der Volkschor Stammheim mit drei Liedbeiträgen die Vernissage mit, am Samstag hatte man Landrat Jan Weckler zu Besuch, der gegen 18 Uhr die Kunstnacht eröffnete, und am Sonntag wurden die besten Nachwuchskünstler aus den Reihen der Karl-Weigand-Schule Nieder-Florstadt prämiert.
Die Eröffnung mit Sektempfang am Freitagabend übernahm Bürgermeister Herbert Unger als Schirmherr.
Er sprach von einem lachenden Auge angesichts der tollen Exponate in einer sehr vielseitig gestalteten Ausstellung. Und von einem weinenden Auge, da er zum letzten Mal im Amt des Bürgermeisters eine Ausstellung der Kraniche eröffnete. In 23 Dienstjahren fungierte er 22-mal als Schirmherr der »Kraniche«, die sonst das Bürgerhaus in Staden als ihr Stammhaus bezeichnen.
Angesichts des größeren Angebots durch Kunstwerke aus den Partnerstädten, wich man nach Stammheim aus. Unger lobte die Verantwortlichen, die mit dem Thema »Sehnsucht« wieder einmal einen Volltreffer landeten: »Jeder Mensch überall auf der Welt sehnt sich nach Frieden, Freiheit, Einigkeit und gelösten Problemen«, sagte Unger. »Ihnen ist es gelungen, mit der Kunst Grenzen zu unseren Nachbarn zu überwinden und dabei das Gemeinsame und nicht das Trennende zu betonen«, zog der Rathauschef ein passendes Resümee. Gedankt wurde auch dem Partnerschaftsverein, der nicht nur die Unterkunft der internationalen Gäste organisiert hatte. Vorsitzender Raab dankte zudem allen Helfern, der Stadt und Bürgermeister Unger, der stets das Vereinsleben gefördert und die Ausstellungen unterstützt habe. Er überreichte ein Weinpräsent mit den Worten »aus Frankreich, rot und weiß und staubtrocken«. Für BUNTerLEBEN erläuterte Nele Musch die Zusammenarbeit mit den »Kranichen«. »Wir agieren gegen Diskriminierung und Rassenhass und für Demokratie und Vielfalt. Und hier trifft die gesellschaftliche Vielfalt auf die Künstlerische«, meinte Musch. Deshalb habe man das Projekt mit internationalem Charakter gerne unterstützt.
Landrat Weckler eröffnete am Samstag die »Kunstnacht« und nutzte die Gelegenheit, sich bei einem Rundgang alle Werke anzusehen und von jedem Künstler selbst die Inspiration dahinter zu erfragen. In seiner Ansprache lobte Weckler die Kunst im Allgemeinen und die der »Kraniche« im Speziellen. Er zeigte sich hoch begeistert von der Bandbreite der Künstler und hob hervor, dass die »Kraniche« mit ihrem Engagement die Jugend an die bildenden Künste heranführen.
Als weiterer Höhepunkt kristallisierte sich am Sonntag die Preisverleihung der besten Nachwuchswerke heraus. Nicole Hergenröther gehörte als Kunstlehrerin der Karl-Weigand-Schule zur fünfköpfigen Jury, die die Werke von 17 Schülerinnen und Schülern der Schuljahre 8, 9 und 10 der Realschule begutachteten. Raab und Manuela Smorra von den »Kranichen«, Susanne Hess von BUNTerLEBEN und Schulleiterin Franziska Burghardt vervollständigten die Jury. Dreimal wurde der erste Platz vergeben, und zwar an Mireille Hassenpflug, Emilia Rose und Hannah Trupp. Auch ihr Thema lautete »Sehnsucht« und wurde in vier bis sechs Kunststunden fertiggestellt. Viermal wurde bei dieser anonymisierten Prämierung Platz 2 vergeben, zweimal der dritte Platz und achtmal Rang vier
.





Ehrengäste der Vernissage: Bernd Raab (l.) begrüßt Silke Zettl vom Partnerschaftsverein, Nele Musch von »BUNTerLEBEN« und den Schirmherrn, Bürgermeister Herbert Unger. © Stephan Lutz





Selbst kreativ werden: Die Besucher haben am Samstag und Sonntag an einigen Workshops der »Kraniche« teilgenommen. © Stephan Lutz